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Bernhard Ludvik
Der Weihnachtsmann ein Problempatient?
Die Physiognomie des Weihnachtsmanns lässt bereits auf das Vorliegen einer Reihe von
kardiovaskulären Risikofaktoren, die unter dem Titel Metabolisches Syndrom bekannt sind,
schließen. Hervorzuheben ist die Adipositas, wobei eine eindeutig viszerale
Fettverteilung zu bemerken ist. Diese geht bekanntlich mit der Insulinresistenz und
einer kompensatorischen Hyperinsulinämie einher. Die hohen Insulinspiegel stimulieren
ihrerseits wieder die Sympathikusaktivität und tragen somit zur Entstehung der Hypertonie
bei. Dies mag auch die Rubeosis faciei erklären. Wir wollen dem Weihnachtsmann sicherlich
keinen erhöhten Alkoholkonsum unterstellen, doch wissen wir, dass der übermäßige Genuss
von Alkohol die Entstehung einer viszeralen Adipositas und der Hypertonie begünstigt.
Sowohl viszerale Fettverteilung wie auch Alkoholkonsum fördern die Hyperlipidämie als
weiteren Risikofaktor. Ob der Weihnachtsmann an Diabetes leidet, kann man wirklich nicht
sagen, gefährdet ist er sicherlich.
Was können wir dem Weihnachtsmann raten, um sein Risikoprofil zu verbessern? Sicherlich
eine Änderung des Lebensstils, die man ihm anschaulich anhand seines Verwandten, des hl.
Nikolaus, erklären kann. Beide Männer sind ungefähr gleich alt, doch welch Unterschied

in der Physiognomie! Hier der phäakisch anmutende Weihnachtsmann, dort der Asket St.
Nikolaus. Obwohl wir nichts über die Ernährungs- gewohnheiten des Weihnachtsmanns wissen,
können wir raten, wovon sich St. Nikolaus ernährt: Nüssen, Dörrobst, Mandarinen. Der
Hauptunterschied liegt jedoch im Ausmaß der Bewegung. Während der Weihnachtsmann sich im
Schlitten von den Rentieren ziehen lässt, geht St. Nikolaus von Haus zu Haus. Mit dem
Alkohol dürfte es bei St.Nikolaus auch nicht weit her sein, denn die Beigabe von Alkohol
in die roten Säckchen verbietet sich in Anbetracht des Zielpublikums der Kinder.
Insgesamt muss man jedoch sagen, dass der Weihnachtsmann trotz seiner augenscheinlich
vielfältigen Risikofaktoren ziemlich jung und agil geblieben ist, während St. Nikolaus
zumeist ernst, wenn nicht sogar verbittert dreinblickt. Dies mag an seiner Begleitung –
dem Krampus – liegen oder an der Tatsache, dass er meist kleinen Kindern allfällige
Verfehlungen vorwerfen muss – wahrlich kein Traumberuf. Der Weihnachtsmann unterliegt
hingegen, wenn überhaupt, einem Eu-stress. Sein Beruf bringt ihm durchaus ein positives
Feedback und lässt somit keine Depressionen aufkommen. Daher kann man dem Weihnachtsmann
nur raten, seinen Fettkonsum einzuschränken, auch außerhalb der Weihnachtssaison mehr
Bewegung zu machen und vor allem, sein fröhliches Naturell zu erhalten!
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